Grußwort des Kunstpreis-Ausrichters Hargen Depelmann

Der neu konzipierte Kunstpreis Deutschland bietet akademisch ausgebildeten Kunstschaffenden aus Deutschland und dem Ausland eine einzigartige Möglichkeit sich auf Grundlage eines hochklassiken Wettbewerbs aktuellen Themen zu widmen, die die Welt bewegen – und mit der nonverbalen Sprache der Bildenden Kunst eine einzigartige Position bzw. Vision als künstlerische Botschaft zu offerieren, mit Gemälden, Skulpturen, Fotografien bzw. Digital-Art.

In einer Zeit, in der Lenker der Weltmächte „Va banque“ spielen und die Presse durch ihr angelastete „Fake News“ an Glaubwürdigkeit verloren hat, sind visionäre Kunstschaffende gefragt, vielleicht mehr als jemals zuvor!     

Als über 40 Jahre und europaweit erfolgreich u.a. auf internationalen Kunstmessen agierenden Kunst-Galerie verfügen wir über die erforderlichen Ressourcen und Kontakte, um das große Potenzial dieses Kunstpreis-Wettbewerbs im Sinne der Bewerber*innen mit Leben zu füllen. Eine der „Stellschrauben“ ist dabei das Buch zum Kunstpreis Deutschland, in dem die von der unabhängigen Jury nominierten Künstler*innen auf jeweils einer Seite mit ihrem nominierten Werk vorgestellt werden, ebenso auf der Website kunstpreis-deutschland.de.

Zudem werden sämtliche sich für den Kunstpreis Deutschland bewerbenden Kunstschaffenden im Buch zum Kunstpreis (Herausgeber: Galerie Depelmann Edition-Verlag GmbH) berücksichtigt, mit Namen und Wohnort, sowie auf der o.g. Website. Als Ausrichter dieses Wettbewerbs freue ich mich auch auf künstlerisch einzigartige Beiträge/Bewerbungen  ambitionierter Nachwuchskünstler, die für zwei eingereichte Werke nicht mit einer Bearbeitungsgebühr belastet werden.

Der Bewerbungsphase, der Kunstpreisverleihung mit Vernissage am 31. Oktober 2021 sowie der Finissage am 28. November 2021 mit Verleihung des Publikumspreises wünsche ich einen guten Verlauf.

Unabhängige Experten-Jury

Sollten die Bewerber*innen für einen Kunstpreis selbst die Jury bilden – und wird es Zeit, über das System der Kunstpreise generell nachzudenken? Die Arbeit der Jury ist eine wichtige „Qualitäts-Stellschraube“ bei Kunstpreisen. Oder sollte man sagen: Sie war es, so wie die Jurys bisher personell zusammengestellt waren? In Zeiten der staatlichen Subventionierung berufen Kulturpolitiker Expertenjurys ein, um Förderungswürdiges herauszufiltern. Zudem stellt sich die Frage, ob aus Steuergeldern finanzierte Jurymitglieder bei der Bewertung der Kunst so frei sind wie sie gerne sein würden. So wird es kaum im Sinne mancher Kulturpolitiker sein, wenn z.B. in einem Rathaus Kunst ausgestellt oder gar prämiert wird, die nicht „politisch korrekt“ ist.   

Bewerbungsbeschränkungen (Protektionismus) galten lange als Voraussetzung für eine „Kunstwelt“, die für das mehr oder weniger kunstbeflissene Publikum akzeptabel ist: Unabhängige Menschen mit Sachverstand nominieren aus der Masse der eingereichten Werke diejenigen, die ihrer Ansicht nach künstlerisch adäquat sind. Sie können falsch liegen. Oder doch nicht so unabhängig sein. Oder keinen Sachverstand haben. Überall muss juriert werden und auch da können die Entscheider nicht ausreichend qualifiziert sein oder einen zu engen Sichtungshorizont haben oder es an Unabhängigkeit fehlen lassen. Tatsächlich dürfte das sogar die Regel sein. Und welcher Kulturbetriebsmitarbeiter wäre frei von persönlichen Vorlieben?

Auch dass sich im Bemühen um politische Korrektheit zunehmend kunstfremde Parameter in die Beurteilung künstlerischer Arbeiten einschleichen, mag angesichts immer stärker politischer Inhalte in der Kunst sogar geboten sein. Wo die Ästhetik nicht länger die wichtigste Botschaft ist, muss das ästhetische Urteil in den Hintergrund treten. Und mit ihm die nach ästhetischen Kriterien wertende Jury. Und was nun?

Die drei Preisträger des Kunstpreises Deutschland in den Disziplinen Malerei, Skulptur und Fotografie/Digital-Art werden von einer fünfköpfigen Experten-Jury bestimmt, die aus fünf Bundesländern kommen – und sich nicht persönlich kennen werden. Die eingereichten Werke werden zudem anonymisiert, so dass die Wahrscheinlichkeit der „Mauschelei“ äußerst gering sein wird. Die Anforderung an die Experten-Jury politisch korrekt zu bewerten ist nicht gegeben, da der Kunstpreis Deutschland nicht mit Steuergeldern finanziert wird, sondern privat, weshalb für Kunstschaffende über 35 Jahren Bearbeitungsgebühren erhoben werden, um damit einen Teil der entstehenden Kosten zu begleichen. Diese Vorgehensweise sorgt dafür, dass bei der Auslobung des Kunstpreises Deutschland konsequent auf staatliche Zuschüsse verzichtet werden kann – und der Kunst wenig zuträgliche Auswüchse bzw. Vorgaben der öffentlichen Hand (u.a. lokale Bevorzugung, „political correctness“, Fotos mit dem/der Bürgermeister*in) bei der künstlerischen Bewertung der eingereichten Werke ausgeschlossen werden können.         

Neben der Jury wird ein sog. Publikumspreis vergeben, der jedoch nicht von kunstaffinen Besuchern bestimmt wird, sondern von den nominierten Kunstschaffenden, die sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht persönlich untereinander kennen, weil sie aus allen Teilen Deutschlands anreisen werden.

Was folgt daraus, wenn Künstler Einfluss auf einen Juryprozess (hier Publikumspreis) nehmen können? Die sog. Renaturalisierung der Kunst? Ist dann trotz aller Fragwürdigkeit von Experten-Juryentscheidungen die Idee einer möglichen Exzellenz von Kunst erledigt – und samit auch die Bereitschaft der öffentlichen Hand Kunstpreise finanziell zu unterstützen?   Eines lässt sich nicht ignorieren: Durch die Möglichkeiten des Internets, werden sich die Strukturen und Plattformen von Kunstpreisen ändern – und damit auch die Jury-Prozess